10.06.2026

Deutscher Eisenbahnrechtstag in Leipzig: Gotthard-Unfall und AVV 2026 im Fokus

Am 10. Juni 2026 lädt die Kanzlei Niekamp Rechtsanwälte zum 18. Deutschen Eisenbahnrechtstag nach Leipzig ein. Im Mittelpunkt der Fachtagung stehen in diesem Jahr zwei Themen, die den Eisenbahnsektor in besonderer Weise beschäftigen: die Ursachen und Folgen des Unfalls im Gotthard-Basistunnel sowie die jüngsten Änderungen des Allgemeinen Vertrags für die Verwendung von Güterwagen (AVV).

Seit fast zwei Jahrzehnten hat sich der Deutsche Eisenbahnrechtstag als feste Größe für die praktische Anwendung des Eisenbahnrechts etabliert. Auch in seiner 18. Ausgabe richtet sich die Tagung gezielt an die Praktiker des Sektors: an Geschäftsführer von Eisenbahnverkehrsunternehmen, Eisenbahnbetriebsleiter und Sicherheitsmanager, an Halter und Hersteller von Schienenfahrzeugen, an Instandhaltungsstellen (ECM) sowie an Vertreter der Aufsichts- und Regulierungsbehörden.

Hybrid-Format: Präsenz in Leipzig oder Videokonferenz

Wie in den Vorjahren wird die Tagung sowohl als Präsenzveranstaltung als auch als Videokonferenz angeboten. Veranstaltungsort ist das Victor's Residenz-Hotel Leipzig in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof — eine Lage, die den Anreisewünschen einer reisefreudigen Branche entgegenkommt. Wer am Vorabend bereits anreist, hat zudem Gelegenheit zum Stammtisch für Eisenbahnbetriebsleiter am 9. Juni 2026, einem Format, das den fachlichen Austausch in informeller Runde ermöglicht.

Themenblock I: Wo steht die Eisenbahn — und wo muss sie hin?

Die Tagung eröffnet mit einer eisenbahnpolitischen Standortbestimmung. Prof. Thomas Ehrmann von der Universität Münster wirft die Frage auf, wie es um die Eisenbahn bestellt ist und was sich ändern müsste. Im Anschluss vertieft Peter Westenberger, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft "Die Güterbahnen", die politische Perspektive: Bewegen wir uns im Spannungsfeld zwischen Strategie, Reform und dem bloßen Erhalt des Status quo überhaupt noch in Richtung einer Verkehrswende?

Themenblock II: Der Unfall im Gotthard-Basistunnel

Der zweite Themenblock widmet sich einem Ereignis, das den europäischen Schienengüterverkehr bis heute beschäftigt. Simon Steiner von der SBB AG legt die technischen und organisatorischen Ursachen des Unfalls im Gotthard-Basistunnel dar. Anschließend ordnet Marcel Hepp vom schweizerischen Bundesamt für Verkehr (BAV) die rechtlichen, regulatorischen und sektoralen Folgen ein — ein Ausblick, der für deutsche Eisenbahnverkehrsunternehmen, Halter und Werkstätten von unmittelbarer Relevanz ist.

Themenblock III: Der AVV 2026 aus allen Perspektiven

Den Schwerpunkt am Nachmittag bildet der Allgemeine Vertrag für die Verwendung von Güterwagen (AVV) und seine letzten Änderungen. Dieser multilaterale Vertrag regelt das Verhältnis zwischen den Eisenbahnverkehrsunternehmen und den Wagenhaltern und ist damit eines der zentralen Instrumente des grenzüberschreitenden Schienengüterverkehrs.

Prof. Rainer Freise eröffnet diesen Block mit einem Überblick über die AVV-Änderungen 2026. Rechtsanwalt Andy Niekamp schließt mit einer kritischen Analyse des Haftungsregimes des AVV an: Ist es interessengerecht oder änderungsbedürftig?

Die Stärke des Eisenbahnrechtstags liegt in seiner sektoralen Vollständigkeit. Genau das setzt sich in diesem Themenblock fort — die AVV-Änderungen werden aus allen relevanten Perspektiven beleuchtet:

  • aus Sicht der Eisenbahnverkehrsunternehmen — Falk Wilhelmi (Flex Bahndienstleistungen GmbH)
  • aus Sicht der Güterwagenhalter — Karl-Heinz Fehr (VPI)
  • aus Sicht der Instandhaltungsstellen (ECM) — Karsten Koppehel (Regiobahn Bitterfeld Berlin GmbH)
  • aus Sicht der Aufsichtsbehörde — Roger Schüpfer (Bundesamt für Verkehr, BAV)

Podiumsdiskussion: Zusammenführen, was zusammen gehört

Den Abschluss bildet eine Podiumsdiskussion, in der die Erkenntnisse des Tages mit Referenten und Tagungsteilnehmern erörtert werden. Erfahrungsgemäß ist es genau dieser Programmpunkt, in dem aus den nebeneinanderstehenden Sichtweisen ein gemeinsames Verständnis entsteht — und in dem die offenen Fragen formuliert werden, die das Eisenbahnrecht in den kommenden Monaten weiter begleiten werden.

Praktische Hinweise

Termin: Mittwoch, 10. Juni 2026, 9:00 bis 16:30 Uhr Ort: Victor's Residenz-Hotel Leipzig, Georgiring 13, 04103 Leipzig Format: Präsenzveranstaltung und Videokonferenz Stammtisch für Eisenbahnbetriebsleiter: Dienstag, 9. Juni 2026, im Tagungshotel Teilnahmegebühr: 450 € netto (zzgl. Umsatzsteuer)

In der Teilnahmegebühr enthalten sind ausführliche Seminarunterlagen sowie ein Teilnahmezertifikat. Kostenfreie Stornierungen sind bis eine Woche vor Veranstaltungstermin möglich. Als Medienpartner begleitet auch in diesem Jahr die DVV Media Group GmbH die Veranstaltung mit aktueller Berichterstattung und Fachpublikationen vor Ort.

18. Deutscher Eisenbahnrechtstag

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Anmeldung

Eine Anmeldung ist ab sofort möglich. Nutzen Sie hierfür das Online-Anmeldeformular auf dieser Seite oder senden Sie uns das ausgefüllte PDF-Anmeldeformular per E-Mail an info@kanzlei-niekamp.de. Wir freuen uns darauf, Sie am 10. Juni 2026 in Leipzig — vor Ort oder online — begrüßen zu dürfen.

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